Woyzeck, ein Fragment

Woyzeck, ein Fragment

Buchgestaltung

Typografische Inszenierung des Dramen-Fragments »Woyzeck« von Georg Büchner.

Den Umstand, dass die Endfassung des Stückes durch den Tod Büchners im Jahre 1837 ungeklärt ist, habe ich mir als Möglichkeit zur Neuordnung, -gewichtung und -interpretation zu Nutzen gemacht.

Alle vorhandenden Szenen (verworfene und umgeschriebene Szenen miteinbezogen) wurden neu in fünf einzelne Bücher sortiert: ein »Grundbuch« zum Verständnis der Handlung, ergänzt durch vier Bücher mit je einem der Leitmotive, die zum späteren Mord führen (Eifersucht, Wahn, Klarheit, Erniedrigung), als Kernpunkt.

Auftraggeber
Freies Projekt

Im Inneren der Bücher herrscht ein einheitliches Gestaltungsraster, das – den klassischen Dramensatz zum Vorbild – die Beziehungen der Charaktere durch Bezüge, Umfließen und Raumverhältnisse darstellt.

So wird visualisiert, wie Woyzeck mit seiner Umgebung interagiert, wenn er beispielsweise unterdrückt oder belogen wird.

Die Vielschichtigkeit der Motive, die zum Mord führen und die unterschiedlichen Perspektiven, die in den einzelnen Fassungen der Szenen durch variierende Gewichtungen der Dialoge eingenommen werden, führen zu teils verzerrter, immer neuer Wahrnehmung der Geschichte je nach Kombination der Szenen in den Fokusbänden. So können annähernd gleiche Fassungen einer Szene je nachdem, welches Motiv sie am ehesten stützen, einem anderen Dramensatz folgen.